Koordinationsstelle
Elementarpädagogik (KEp)
Steiner-Schul-Bewegung, Schweiz
Jahresbericht 2010/11
Drei
Themen haben dieses Arbeitsjahr besonders geprägt:
Bewegter Unterricht:
Vor fünf Jahren, am 21. Januar 2006, wurde die Rahmenvereinbarung
zur Einführung der Elementarstufe an der Arbeitsgemeinschaft
von allen Delegierten der Steinerschulen verabschiedet. In diesem
Jahr zeigte es sich an der Zeit, das Entstandene zu evaluieren:
Begonnen wurde diese Arbeit mit dem Schwerpunkt 1. und 2. Klasse.
Alle Lehrpersonen, die an den Schulen das Konzept Elementarstufe
umsetzen, wurden zweimal zum Erfahrungsaustausch von der KEp eingeladen.
Deutlich zeigte sich, dass verschiedene Schulen Schwierigkeiten
bei der Umsetzung des Konzepts Elementarstufe (speziell dem Umgang
mit bewegtem Mobiliar) haben. Die Evaluation brachte zahlreiche
positive Erfahrungen sowie Problemfelder zum Vorschein. Das Resultat
wird allen Schulen zugänglich gemacht (siehe www.elementarpaedagogik.ch,
Aktuell). Dringender Bedarf für Aus- und Weiterbildung
ist für die Zukunft auf diesem Gebiet angesagt! Impulse in
diese Richtung wurden eingeleitet.
Prävention von Missbrauch und Gewalt:
Die Schweiz hat 1997 die Kinderschutzkonvention der Vereinten Nationen
unterschrieben, die die leiblich-seelische Integrität der Kinder
vor Gewalt und Missbrauch schützen will. In diesem Zusammenhang
steht die Bemühung, flächendeckend Kinder erreichen zu
wollen: Weil die Kindergartenstufe obligatorisch in das staatliche
Schulsystem in der Schweiz integriert worden ist, werden gegenwärtig
Konzepte entwickelt, um von diesem Alter an Sexualkundeunterricht
zu geben, um Kinder zu stärken. Die Kommission für Kleinkind-
und Vorschulerziehung (KKV) fühlte sich im Bezug auf die Umsetzung
des Sexualkundeunterrichts, wie er neuerdings auf dieser Stufe an
staatlichen Schulen eingesetzt wird, aufgerufen, mit einem eigenen
Konzept an den Rudolf-Steiner-Schulen aktiv zu werden: Anstelle
Kinder in diesem Alter für dieses Thema zu sensibilisieren,
sollten Eltern und Erziehende sich damit auseinander setzen. Das
gab Anlass dazu, Christian Breme in diese Aufgabe einzubeziehen,
weil er seit 5 Jahren die Entwicklung von schuleigenen Konzepten
zur Aufklärung (Beziehungskunde) koordiniert. Er wurde nun
von der Arbeitsgemeinschaft beauftragt, die Präventionsbemühungen
der Kindergärten zu begleiten und zu unterstützen. In
regionalen Konferenzen und in Elternabenden der Regionen wird seit
August dieser Präventionsarbeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Sprachförderung:
Die gezielte Sprachförderung ist schweizweit im Vorschulbereich
ein aktuelles Thema, denn es zeigt sich, dass frühe sprachliche
Förderung die Integration von Kindern in die Gesellschaft erleichtert.
Wir haben dies in der KKV als Anlass genommen die sprachfördernden
Aspekte, die in unseren Institutionen gepflegt werden, zu reflektieren:
Was tun wir schon und was können wir intensivieren um explizit
ein ganzheitliches Sprachförderungskonzept anzubieten?
Die Fachtagung des Vorschulbereichs, die jeweils von der KKV vorbereitet
wird, widmete sich deshalb in diesem Jahr dem Thema: Sprachquellen
suchen, beleben, erneuern.
Unser Arbeitsergebnis liegt nun in Form eines Faltblattes Bewegen,
Sprechen, Spielen in den 3 Landessprachen vor. Es steht allen
Institutionen und den darin tätigen Mitarbeiter/innen, die
sich mit dem vorliegenden Konzept identifizieren können, als
Arbeits- und Werbematerial bei der Koordinationsstelle Elementarpädagogik
zur Verfügung.
Im Oktober 2011 Bettina
Mehrtens Moerman
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