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Koordinationsstelle Vorschulerziehung: Rechenschaftsbericht 2002/2003
 
  

Koordinationsstelle Elementarpädagogik
Steiner-Schul-Bewegung, Schweiz
               
Jahresbericht 08/09

Im Zentrum der Aufgaben des vergangenen Jahres stand die Erarbeitung des vollständigen Lehrplans für die Elementarstufe der Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz und Liechtenstein sowie des Ausbildungskonzepts Elementarpädagogik.
Ausgehend von der Kindergartenstufe, beinhaltet die Neuauflage des Lehrplans Elementarstufe nun auch den Rahmen der 1. und 2. Klasse. Die Bearbeitung wurde von Thomas Marti vorgenommen und konnte im vergangenen Juni den Delegierten der Arbeitsgemeinschaft vorgelegt werden.
Diese Fassung ist als pdf-Datei allen Interessierten auf der Website der Steiner-Schulen in der Schweiz sowie auf www.elementarpaedagogik.ch unter „Aktuelles“ zugänglich.
Die erste Auflage des Lehrplans der Elementarstufe, der zuerst einmal für die Kindergartenstufe ausgearbeitet worden war, stiess in der Vergangenheit bei Eltern und Behörden auf grosses Interesse und es ist zu hoffen, dass auch die Neuauflage neugierig macht und einen Einblick in das neue Konzept Elementarstufe der Steiner-Schulen in der Schweiz vermittelt.
Der Lehrplan für die Elementarstufe ist in die drei Ebenen Bildungsidee, Bildungsziele und Lernziele gegliedert:

Die Bildungsidee beschreibt den Kern der pädagogischen Arbeit, den Bezug zur Entwicklung der Kinder und die allgemeinen Ziele, die von der Elementarstufe bis in die obersten Klassen einer Rudolf Steiner Schule verfolgt werden.
Die Bildungsziele (Richtziele) bringen die Bedeutung und Ausrichtung der einzelnen Lernbereiche auf der Elementarstufe zum Ausdruck. Sie werden mit Fertigkeiten, Kenntnissen und Haltungen umschrieben, welche die Schülerinnen und Schüler auf der betreffenden Altersstufe anstreben bzw. entwickeln sollen.
Die Lernziele beschreiben, welche spezifischen Qualifikationen und beobachtbaren Fertigkeiten erworben oder geschult werden. Dazu werden exemplarisch Themen, Inhalte, Erlebnis- und Verhaltensaspekte genannt.

Der Lehrplan soll im Besonderen Lehrerinnen und Lehrern eine Orientierung bilden für die Planung, Vorbereitung und Evaluation des Unterrichts; er soll einen Rahmen für gegenseitige Absprachen und die Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums darstellen; er soll der Verständigung von Schule und Elternschaft dienen und deren pädagogische Zusammenarbeit fördern und den Bildungsgang an einer Rudolf Steiner Schule öffentlich transparent machen.

Gleichzeitig mit der Entwicklung der Elementarstufe wurde auf Ausbildungsebene an der Akademie für anthroposophische Pädagogik (AfaP, Dornach) an einem neuen Ausbildungskonzept Elementarpädagogik gearbeitet, um in Zukunft Lehrpersonen mit dem notwendigen pädagogischen Rüstzeug für die Elementarstufe ausstatten zu können.
Die gegenwärtigen bildungspolitischen Bestrebungen um Frühbeschulung des kleinen Kindes (Grundstufe/Basisstufe) gaben die Veranlassung zu einem alternativen Konzept, das sich bewusst an den Entwicklungsphasen des Kindes orientieren möchte. Innerhalb der Kontroverse im Bereich der Erziehungswissenschaften, sehen wir uns entschieden auf Seiten derer, die die Kindheit als einen Reifungsprozess hin zu einer freien Persönlichkeitsentfaltung verstehen. Nicht die Bedürfnisse der gegenwärtigen Gesellschaft nach einer leicht integrierbaren, intellektuell aufbereiteten neuen Generation steht im Mittelpunkt unseres Interesses, sondern das Bestreben, den Heranwachsenden die Chance zu eröffnen, ihre eigene Zukunft finden sowie frei und schöpferisch gestalten zu können.
Das frühzeitige Erlernen der Kulturtechniken darf nicht Selbstzweck werden. Wir vertreten die Ansicht, dass Lernen als ein, dem jeweiligen Alter entsprechender, die Persönlichkeit integrierender Wachstumsprozess begriffen werden muss. Dafür braucht es Ausbildung von Lehrpersonen, die durch ihre selbst verantwortete Tätigkeit der kommenden Kindergeneration Freiräume schaffen, in denen sie ihren eigenen Entwicklungsgesetzen folgend, heranwachsen dürfen.
Die Ausbildung Elementarpädagogik beabsichtigt, die in der Schweiz vorhandene, trennende Situation zwischen Betreuungs- und Bildungsbereich in der Pädagogik aufzuheben.
Im Konzept Elementarpädagogik wird bewusst der Entwicklungszeitraum für die Erziehung der Kinder von 0- bis 8 Jahren gewählt um die zukünftigen Lehrpersonen für diesen gesamten Entwicklungsraum zu sensibilisieren.

Dieses Konzept liegt nun vor. Seine Umsetzung soll entsprechend der Möglichkeiten in der nächsten Zeit in Etappen geschehen.

Im Oktober 2009 ~ Bettina Mehrtens Moerman